Was mich bewegt

Ein imaginiertes Interview.

Du studierst die Natur, schreibst Musik und liebst die Gartenarbeit. Was motiviert Dich tagtäglich?

In allen diesen Dingen suche ich etwas Schönes in die Welt zu bringen, etwas Schönes zu gestalten. Der “Stoff” kann ganz verschieden sein – Klang oder Pflanze, Farbe oder Wort. Das was ich damit aber “transportiere”, das ist das Geheimnis, das ist Schönheit.

Was ist für Dich das Verbindende zwischen der Arbeit als Komponist und Naturforscher?

Beide Male interessiert es mich, hinter die Fassade der Dinge zu blicken. Quasi in den Ur-Zustand oder Ur-quell, wo alles noch im Werden ist. Wir wissen ja heute, dass Materie nicht statisch, sondern sehr “belebt” und dynamisch ist. Sie entsteht im gegenwärtigen Augenblick neu, immer wieder neu. Das fasziniert mich und da forsche ich mit Goethe und lese mit Paracelsus im Buche der Natur. Was sich mir da manchmal offenbart, das kann ich dann versuchen in Klang zu sagen.

Was Du da sagst, klingt für mich noch recht abstrakt.

Zunächst einmal ist es überraschend, dass es nicht Materie oder Geist gibt, – sondern wie Teilhardt von Chardin sagt – eben Geist-Materie. Das sind zwei Seiten der selben Münze. Mit Esoterik oder abstrakter Philosophie hat das aber herzlich wenig zu tun. Es geht vielmehr um unser ureigenes Empfinden. Da gibt es in uns eine Instanz, die fühlt ganz schlicht und zutreffen: “da stimmt etwas” oder auch “da stimmt etwas (noch) nicht”. Und da ist ein Weg, eine Führung, die unseren kleinen Verstand weit übersteigt, wenn wir nur einmal beginnen, zu lauschen. Uns zu lauschen.

Das verstehe ich. Es scheint da etwas Keimhaftes zu sein. Erzähle bitte weiter.

Letztlich ist “die Welt” auf eine Weise in uns. Wir erleben ja stets hier (zeigt auf seinen Leib) , wir können ja nur hier erleben. Durch diese Kehrtwendung unserer Sinnesorganisation von dem nach außen gerichtet sein wieder hin zu uns selbst, kann tiefer erfahren werden. Wir haben plötzlich Zugang zu viel mehr Wissen. Das ist denke ich der Tatsache geschuldet, dass wir alle Zugang zu allem Wissen haben, dass wir uns nur zu er-innern brauchen. Oft ist das so, dass eine Erkenntnis, ein Wieder-Erkennen ist. Nichts das Schockartig uns überfällt, eher wie ein stilles innerliches Nicken und Zustimmen.

Wenn wir beginnen so in der Welt zu sein, dann kann uns so manches auffallen. Hier beginnt das Ent-decken. Hier beginnt für mich die wahre Forschung. Ein Weg der über die statisch-materielle Denkweise auch zum Geistigen hinreicht.

Worauf deutet die Amsel?

Wie Du bemerkt hast, finden sich hier immer wieder Bilder von Amseln. Heute möchte ich davon berichten, was die Amsel mir bedeutet.

Die Amsel ist für mich ein Geheimnis und zugleich Bote dieses Geheimnisses. Die schwarze Farbe der männlichen Amsel – die entweder zunächst abschreckt oder gar nicht als etwas Ungewöhliches wahrgenommen wird – ist ein erster Hinweis. Sie weist auf etwas Verborgenes, auf eine große Kraft.

Wo Schönheit und Heilung eins werden

Die Amsel ist ein Tier an der Schwelle. Sie singt gerne in den Dämmerungsstunden. Diese Zeiten, die weder ganz im klaren Tagesbewusstsein, noch im Bereich der Nacht liegen, sind magische Zeiten. Wie ein Augenzwinkern (eines zu und eines auf!). Zeiten außerhalb des gewöhnlichen Bewusstseins. Weder-Noch und Sowohl-als-Auch – Zeiten.

Sie lebt in beiden Welten. Sie verbringt viel Zeit klopfend und hopsend auf dem Erdboden bei der Nahrungssuche und ist zugleich ein zielstrebiger Flieger im Luftelement. Sie versteckt ihr Nest in dichten Hecken und sucht sich die markanten Spitzenpositionen, um ihre Umwelt mit ihrem vielseitigen wunderschönen Gesang zu beglücken. Die Amsel ist  ein zur Brutzeit ausgeprägt territorialer und zur Winterszeit eher geselliger Vogel.

Welche Bedeutung hat die Amsel für Dein Leben?

Die Amsel erinnert mich daran, dass ich mein Lied erschallen lassen darf und soll. “For all to hear, for all to see”. Aber nicht aus Angeberei und Selbstgefälligkeit, sondern allein darum, um Schönheit und Heilung in die Welt zu bringen. Ich grüße die Amsel, wenn ich sie sehe.

Zum Schluss: Spaß mit Etymologie

Ein keltischer Name der Amsel ist Druid Dhubh, der schwarze Druide. Der Druide ist der, der weit sieht. Die Fach-Etymologen mögen verzeihen: der Dru-(v)id-e ist vorallem der, der “through” sieht, also durch sieht. Der um das Verbindende, die Zusammenhänge weiß. Dem die Übergänge des Lebens vertraut sind: Geburt und Tod, Geist und Materie, Erde und Himmel.

Die Eier der Amsel sind übrigens erdbraun -gescheckt auf himmelblauem Grund.

Tiefe ernste Fragen. Mit Leichtigkeit gestellt.

 

 

 

Der Dreiklang dieses Blogs

Der erste Bereich ist den Naturstudien gewidmet. Hier finden sich Posts zur Methode und die Forschungsberichte selbst.

Die Praxisseiten berichten von der Arbeit im Garten und mit den Kräutern. Nützliche Hinweise und inspirierende Einblicke ins heilsame Tun gehören hierhin.

Dazwischen – Kunst. Die größte Künstlerin ist Mutter Natur selbst. Hier ist Raum und Muße für Lyrik, Videos, weise Worte.

Ich freue mich,  wenn einiges davon bei Dir Anklang findet!

 

Was mich bewegt

Ein imaginiertes Interview.

Was motiviert Dich diesen Blog zu schreiben?

Ich liebe die Natur, die Tiere und besonders die Pflanzenwelt. Wenn ich draußen bei der Gartenarbeit oder einem Streifzug in der Natur inne halte und still werde, weil mich etwas anspricht – dann werde ich beglückt und bereichert. Diese Freude möchte ich gerne teilen.

Du sprichst von Natur-Forschungen. Was meinst Du damit?

Mitterweile denken wir bei Forschungen an reproduzierbare und standisierte Experimente auf Basis einer oder mehrerer falsifizierbarer Hypothesen. Ich weiß um deren Wert und Bedeutung. Mich interessiert zunehmend wieder die urspüngliche Form der Forschung, bei der kein weiteres Messgerät nötig ist außer unserem Leiborganismus selbst.

Wir vergessen manchmal bereitwillig, welch wunderbare Wesen wir sind! Mit welchen Möglichkeiten zu erfahren! Wir können alle – unter bestimmten Voraussetzungen – sehr differenziert wahrnehmen und zu sehr genauen Aussagen kommen. Oft wird uns suggeriert, die Wahrnehmung sei subjektiv und daher “nicht verlässlich”. Wir sprechen von optischen Täuschungen.

Ich möchte dazu einladen, unseren Sinnen und dem was wir durch sie erfahren, zu vertrauen. Oft bedeutet das eine Kehrtwende um 180°: nicht die Dinge anglotzen, anstarren, sondern wieder wach werden für die durch die Eindrücke verursachten Zustandsempfindungen in uns.